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Dr. Ulrich Löhe

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Augen auf beim Autokauf (2)

Gepostet am 7. November 2018 um 3:35

Auch Vorschäden an dem verkauften Fahrzeug sind stets ein Anlass für Auseinandersetzungen zwischen den Parteien des Kaufvertrages, seien es nun Privatleute oder sei es ein Geschäft mit einem Händler.

Die Pflicht, alle und auch geringe Unfallschäden anzugeben, stammt noch aus der Zeit, als Unfallschäden tatsächlich einen erheblichen Mangel an einem Fahrzeug bedeuteten, weil die Reparaturtechnik noch nicht so gut war wie heutzutage. Tatsächlich ist ein Auto nämlich oft nicht schon deswegen mangelhaft, weil es einen Unfallschaden erlitten hatte, denn nach einer gut durchgeführten Reparatur ist das Fahrzeug bei dem heutigen Stand der Technik nicht mehr mangelhaft.

Dennoch geht die Rechtsprechung davon aus, dass auf Unfallschäden hinzuweisen ist, wobei die Gerichte diese Offenbarungspflicht an den Umfang der damaligen Reparaturkosten knüpft. Bei Bagatellschäden besteht eine Offenbarungspflicht nicht.

Bei der Bezeichnung als Bagatellschaden spielt die Art des Autos eine wichtige Rolle, da die Ausbesserungsarbeiten bei einem neuen Luxusfahrzeug wesentlich teurer sind als bei einem alten oder kostengünstigen Auto. Die Bagatellschadengrenze liegt in etwa bei 750,00 € bis 1.000,00 €, wobei die Höhe nicht exakt gesetzlich fixiert ist. Sind am Auto jedoch Reparaturarbeiten notwendig, die diesen Betrag übersteigen, so spricht man in der Regel nicht mehr von einem Bagatellschaden.

Übrigens genügt auch nicht die Vertragsklausel "nach Angaben des Vorbesitzers ohne Unfallschaden", um die Haftung für Unfallschäden ausschließen zu können, da die Gerichte eine solche Freizeichnungsklausel nicht in jedem Fall akzeptieren.

Kategorien: Zivilrecht

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